Der Tee in Taiwan
Vor mehr als 300 Jahren wurde der Tee von chinesischen Auswanderern aus den Provinzen Kwantung und Fukien nach Taiwan (Formosa) gebracht. Das Klima ist dort so günstig, dass die Pflanze auf der gesamten Insel gedeihen könnte.
Die wichtigsten Anbauregionen beschränken sich jedoch auf die im flachen Norden gelegen Gebiete Hsinchu und Taoyan. Die höher gelegenen Regionen Zentraltaiwans, wie Nantou, Sanlinchi, oder Yüshan sind bei der Produktion des Tee weniger von Bedeutung, wenn es um die erzeugte Menge geht, liefern aber die qualitativ wesentlich besseren Tees.
Zum einen, weil das Gebirgsklima günstig auf die Qualität des Tee wirkt und zum andere erfolgt die Teeproduktion dort meist von Hand, unter Beisein sehr erfahrener Teemeister.
Der für unsere Teeveranstaltungen verwendete Tee ist von ebensolcher Qualität – gewachsen in den Regionen Sanlichi oder Luku, von Hand gepflückt und sorgfältig weiterarbeitet von berühmten Teemeistern.
Gewonnen wird unser Tee aus den jungen, zarten Blättern des Teerauches (thea sinensis). Diese werden nach dem Sammeln auf großen Schalen zum Welken gelagert, wobei gleichzeitig die Fermentation stattfindet. Die wichtigste Aufgabe des Teemeisters ist es, den Fermentationsprozess durch ständiges Betrachten und Riechen zu kontrollieren, um genau den richtigen Zeitpunkt zu erfassen, wo die Fermentation durch starkes Erhitzen abgebrochen werden muss. Tut man dies zu früh oder zu spät, bekommt der Tee keinen Geschmack bsw. Er wird zu bitter.
Im Anschluss daran werden die noch geschmeidigen Blätter in Tücher gepackt und gerollt. Abschließend wird dem Tee durch das Rösten die restliche Feuchtigkeit entzogen, und er kann je nach der Röstdauer noch einmal geschmacklich beeinflusst werden.
Vor der Verpacken werden die Blätter nach ihre Größe sortiert, was bei den Spitzentees auch per Hand erledig wird. Diese zwar sehr aufwendig, aber diese sorgsam und liebevoll hergestellten Teesorten werden sich nicht nur für perfekte Teekenner von den industriellen Tees abheben.
Grundsätzlich ist der Fermentationsprozess entscheidend für die Sorte des Tee. Grob kann man folgende Einteilung machen:
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Oolong |
Oolong |
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Grüner Tee |
Zheng Cha |
So Cha |
Schwarzer Tee |
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Fermentation |
Keine |
Sehr leicht |
stark |
total |
Farbe |
Hellgrün |
Grün |
Grünbraun |
Orangerot |
Geschmack |
Gras |
Zart, blumig |
Brotig-malzig |
Sortenbedingt |
Vertreter |
Chun Mee |
San Li Chi |
Tie Kuan Yin |
Hunan |
Abschließend sei noch bemerkt, dass das Wassers entscheidenden Einfluß auf die Qualität des zubereiteten Tees hat. Bei großer Wasserhärte, wie hier in Berlin, kann der Tee kaum sein volles Aroma entfalten. Wir raten deshalb, Tafelwasser oder frisch gefiltertes Leitungswasser zu verwenden.